Ersetzt AI-Software bald Versicherungsagenten?

Nachdem ich in den letzten Wochen über die Zukunft des Berufstandes der Ärzte (http://www.stoeckl.ai/ersetzt-ai-software-bald-aerzte/) und Rechtsanwälte (http://www.stoeckl.ai/ersetzt-ai-software-bald-anwaelte/) phantasiert habe, möchte ich heute  ein paar Worte über die möglichen Auswirkungen von AI-Technologie auf den Arbeitsmarkt bei Versicherungsbediensteten verlieren. Ausgangspunkt ist wieder mal die Meldung einer neuen Studie wonach bis 2033 2,5 Millionen Bedienstete im Finanzbereich alleine in den USA ihren Job verlieren werden. Ist das reine Panikmache oder steckt hier mehr dahinter?

Sehen wir uns dazu mal im Detail an welche Tätigkeiten betroffen sein könnten. Routinetätigkeiten, die den Alltag eines Versicherungsagenten prägen, wie Schadensmeldungen und Abwicklung der Ansprüche sind wohl leicht auch ohne Einbußen der Servicequalität durch passende digitalisierte Workflows zu realisieren. Wie weit man hier aber von AI-Technologie sprechen kann ist fragwürdig. Wie sieht es mit der Beratung durch den Versicherungsagenten aus?

Beratungsgespräche zu standardisierten Angeboten kann man sich über Chat-Bots oder Sprachassistenten realisiert vorstellen, in denen der Bot eine Frageliste abarbeitet, und anschließend aus einer Datenbank mit Vorlagen ein passendes Angebot erstellt. Möglicherweise unterscheidet sich die Software in der Qualität der Ergebnisse dabei kaum von der eines menschlichen Agenten, mit dem Vorteil dass die Software objektive Kriterien heranzieht. Der Erfolg solcher virtuellen Berater hängt aber weniger von der Angebotsqualität ab, sondern ist eher eine Frage der sozialen Akzeptanz durch die Endkunden. Hier ist davon aus zu gehen, dass dies eine Generationsfrage ist.

Die Beratung und Abwicklung durch den Agenten ist jedoch nicht der einzige Bereich im Versicherungswesen der betroffen sein könnte. Interessant als Anwendungsbereich wird sicher der Bereich der Produktentwicklung werden, wenn er es nicht schon ist. Berechnungen mit veralteten Sterbetabellen gehören längst der Vergangenheit an und werden durch Risikoabschätzungen auf Basis einer Vielzahl von Daten ersetzt. Hier bietet sich der Einsatz von Machine Learning Verfahren besonders an, da bei der Vielzahl an Daten und den ständigen Änderungen ein von Menschen nach Regeln erstelltes Softwaremodell kaum noch gut wartbar ist.

Bei der Verwaltung und Prüfung von Verträgen sind Lösungen, wie die im Artikel über Einsatzbereiche bei Anwälten zur Prüfung von Verschwiegenheitserklärungen, gut denkbar oder Lösungen, die komplexe juristische Workflows steuern. Wie weit all diese Anwendungen das Leben eines Versicherungsagenten erleichtern, oder ihn aber seinen Job kosten, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

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